- Route
- Þingvellir, Geothermalgebiet Haukadalur (Strokkur) und Gullfoss; ab Reykjavík rund 250 km Rundkurs
- Zeitbedarf
- Ein voller Tag mit Ruhe an allen drei Stopps; als reine Abhak-Runde ein halber
- Kosten
- Alle drei Hauptstopps sind eintrittsfrei, gezahlt wird nur fürs Parken (Þingvellir und teils Geysir-Umfeld)
- Straßen
- Komplett Asphalt, ganzjährig befahrbar; normaler Pkw reicht (so waren wir unterwegs)
- Beste Zeit
- Früh starten lohnt immer; im Herbst hatten wir die Highlights am Morgen fast für uns
Der perfekte Golden-Circle-Tag
- Früh nach ÞingvellirUm 8 Uhr durch die Almannagjá zum Öxarárfoss, eine Stunde vor den ersten Bussen.
- Vormittags zum StrokkurMehrere Ausbrüche abwarten, danach Pause am Besucherzentrum gegenüber.
- Mittags an den GullfossErst das Panorama vom oberen Plateau, dann mit Regenjacke an die untere Kante.
- Nachmittags der BonusKrater Kerið oder Secret Lagoon auf dem Rückweg; oder wie bei uns weiter zur Südküste.
Þingvellir: zwischen den Kontinenten spazieren
Þingvellir ist gleich doppelt Welterbe-Stoff: Geologisch läufst du in der Allmännerschlucht Almannagjá durch den Riss zwischen der nordamerikanischen und der eurasischen Platte, die hier pro Jahr ein paar Millimeter auseinanderdriften. Historisch stehst du am Gründungsort des Alþingi, das um das Jahr 930 hier zusammentrat und als eines der ältesten Parlamente der Welt gilt. Der Weg von der oberen Kante hinunter zur Ebene mit Blick über den See Þingvallavatn ist der schönste Einstieg in die Runde; im Herbst färben sich Birken und Gräser golden.
Ein kurzer Abstecher führt zum Öxarárfoss, der über die Schluchtkante in ein Becken voller Felsblöcke stürzt und über einen Holzsteg bequem erreichbar ist. Geparkt wird auf den gebührenpflichtigen Plätzen P1 bis P5; P1 an der Besucherzentrum-Seite ist der beste Start für die Schlucht. Wer mehr Zeit mitbringt: In der Silfra-Spalte kannst du mit Trockenanzug zwischen den Kontinentalplatten schnorcheln, das glasklare Gletscherwasser hat ganzjährig um die 2 bis 4 Grad; gebucht wird das als geführte Tour direkt im Park.

Strokkur: der zuverlässigste Geysir der Welt
Im Hochtemperaturgebiet Haukadalur schlummert der Große Geysir, der allen Springquellen der Welt seinen Namen gab; ausgerechnet er ist heute weitgehend inaktiv. Dafür liefert sein Nachbar Strokkur im Minutentakt: Alle fünf bis zehn Minuten wölbt sich die türkisblaue Wasserblase und schießt eine Fontäne von 15 bis 20 Metern in den Himmel. Wir sind für mehrere Ausbrüche geblieben, denn kaum irgendwo lässt sich die Kraft aus dem Erdinneren so gut beobachten, und kein Ausbruch gleicht dem anderen.
Zwei Dinge haben sich bei uns bewährt: windabgewandt stehen, sonst gibt es eine warme Schwefeldusche, und die Kamera auf Serienbild stellen, weil die Blase nur einen Wimpernschlag lang steht. Der Eintritt ist frei, geparkt wird am Besucherzentrum gegenüber, wo auch die einzige größere Verpflegungsstation der Runde liegt. Die Wege durch das dampfende Feld sind kurz und flach; bleib trotzdem hinter den Absperrungen, das Wasser in den Quellen ist kochend heiß.

Gullfoss: der goldene Wasserfall
Der Gullfoss macht seinem Namen im Herbst alle Ehre: Umrahmt von goldbraunen Hängen stürzt der Gletscherfluss Hvítá über zwei versetzte Stufen insgesamt 32 Meter in eine enge Schlucht. Vom oberen Plateau überblickst du die ganze Dimension, der untere Weg bringt dich bis an die Kante, wo du je nach Windrichtung mitten im Sprühnebel stehst; eine wasserabweisende Jacke ist hier Pflicht, bei Sonne wirst du dafür mit Regenbögen in der Gischt belohnt.
Dass es den Wasserfall noch gibt, ist übrigens keine Selbstverständlichkeit: Anfang des 20. Jahrhunderts sollte die Hvítá für ein Wasserkraftwerk aufgestaut werden. Die Bauerntochter Sigríður Tómasdóttir vom Hof Brattholt kämpfte jahrelang dagegen, ihr Denkmal steht heute oberhalb der Fälle, und der Gullfoss wurde später unter Schutz gestellt. Im Winter frieren Teile der Fälle zu einer bizarren Eislandschaft; die Wege sind dann teils gesperrt, der Blick von oben bleibt aber frei.

Die Reihenfolge und der Takt der Busse
Der wichtigste Tipp für die Runde kostet nichts: Fahr sie am Morgen und in der klassischen Reihenfolge Þingvellir, Haukadalur, Gullfoss. Die Tagestouren ab Reykjavík starten meist zwischen 8 und 10 Uhr und treffen gegen Mittag im Geysir-Gebiet ein; wer um 8 Uhr in Þingvellir steht, ist der Welle einen Stopp voraus. Im Herbst hatten wir so an Orten, die zu den meistbesuchten des Landes zählen, erstaunlich viel Ruhe.
Zwischen den Stopps liegen jeweils nur 30 bis 60 Minuten Fahrt, die Runde lässt sich also nicht verfahren, wohl aber verhetzen. Plane die Zeit lieber in die Orte selbst: eine Stunde für die Schlucht in Þingvellir, mehrere Ausbrüche am Strokkur, beide Ebenen am Gullfoss. Wer noch Puffer hat, hängt den Krater Kerið an (an der Straße 35 Richtung Selfoss, kleine Gebühr): Der rote Vulkankrater mit dem grünen See ist ein kurzer, lohnender Schlusspunkt auf dem Rückweg.

Selbst fahren oder Tagestour buchen?
Wir sind die Runde mit dem Mietwagen gefahren und würden es wieder so machen: Du bestimmst den Takt, bist vor den Bussen da und kannst spontan verlängern oder abkürzen. Die Straßen sind einfach, komplett asphaltiert und ganzjährig geräumt; worauf es bei Tarif und Versicherung ankommt, steht in unserem Guide Mietwagen auf Island. Wer die Runde in eine längere Route einbaut, fährt sie wie wir als Auftakt Richtung Südküste, dann ist der Golden Circle kein Umweg, sondern der erste Reisetag; genau so steckt er auch in unserer Südisland-Route.
Die geführte Tagestour ab Reykjavík ist trotzdem kein schlechter Deal: Sie lohnt sich, wenn du ohne Auto unterwegs bist, nach dem Nachtflug nicht fahren willst oder die Runde mit Extras wie Silfra-Schnorcheln oder einem Bad in der Secret Lagoon kombinieren möchtest. Die Klassiker-Touren fahren alle drei Hauptstopps an; achte bei der Auswahl auf die Aufenthaltszeiten pro Stopp, hier unterscheiden sich die Angebote deutlich stärker als beim Preis.

Womit der Tag steht und fällt
Vorher erledigen
- Früh starten und die klassische Reihenfolge Þingvellir, Strokkur, Gullfoss fahren
- Regenjacke und feste Schuhe einpacken, die Gischtwege sind nass und rutschig
- Silfra oder Secret Lagoon vorbuchen, wenn Extras auf den Plan sollen
- Wetter und Straßen auf vedur.is und road.is checken, besonders im Winterhalbjahr
Besser vermeiden
- Mittags am Strokkur ankommen, wenn alle Tagestouren gleichzeitig dort stehen
- Die Runde als reine Abhak-Liste in vier Stunden durchziehen
- Absperrungen im Thermalfeld ignorieren, die Quellen sind kochend heiß
Unsere Tipps auf einen Blick
- Um 8 Uhr in Þingvellir starten, dann bist du den Tagestouren-Bussen einen Stopp voraus
- Am Strokkur mehrere Ausbrüche abwarten und windabgewandt stehen, sonst duscht die Fontäne dich
- Wasserabweisende Jacke für den unteren Gullfoss-Weg einpacken, die Gischt verzeiht nichts
- Parkgebühren laufen in Þingvellir digital über das Kennzeichen, Karte reicht, Bargeld unnötig
- Verpflegung am Geysir-Besucherzentrum einplanen, sonst ist die Auswahl auf der Runde dünn
- Den Krater Kerið als Bonus-Stopp auf den Rückweg über die Straße 35 legen
- Silfra-Schnorcheln vorbuchen, die Slots mit Trockenanzug sind begrenzt
- Im Winter Spikes für die Schuhe mitnehmen, die Wege an Gullfoss und Öxarárfoss vereisen schnell
Golden-Circle-Touren ab Reykjavík
Klassiker-Runde, Kombis mit Silfra-Schnorcheln oder Secret Lagoon: Verfügbarkeit und Abfahrtszeiten für dein Reisedatum prüfen.
Mietwagen für die eigene Runde
Übernahme direkt am Flughafen Keflavík und Vollkasko ohne Selbstbeteiligung: Worauf es ankommt, steht in unserem Island-Mietwagen-Guide.
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Häufige Fragen
Wie viel Zeit braucht man für den Golden Circle?
Als reine Fahrstrecke ist die Runde in vier Stunden machbar, aber so verschenkst du sie. Mit einer Stunde in der Almannagjá, mehreren Strokkur-Ausbrüchen und beiden Ebenen am Gullfoss wird daraus ein entspannter voller Tag, so haben wir es gemacht.
Kostet der Golden Circle Eintritt?
Nein, alle drei Hauptstopps sind frei zugänglich. Du zahlst nur Parkgebühren, vor allem in Þingvellir (P1 bis P5, Abrechnung über das Kennzeichen). Kostenpflichtig sind Extras wie Silfra-Schnorcheln, die Secret Lagoon oder der Krater Kerið.
Ist der Golden Circle im Winter machbar?
Ja, die Runde bleibt ganzjährig befahrbar und die Straßen werden geräumt. Rechne mit kurzen Tagen, vereisten Wegen an den Wasserfällen (Schuh-Spikes helfen) und prüfe vor der Fahrt Wetter und Straßenzustand auf vedur.is und road.is.
Lohnt sich der Golden Circle trotz der vielen Besucher?
Für uns klar ja: Kontinentalgraben, Geysir und Gletscherwasserfall an einem Tag bekommst du nirgendwo sonst. Der Trick ist der frühe Start; an unserem Herbstmorgen waren Þingvellir und Strokkur fast ohne Gedränge.
Selbst fahren oder geführte Tour: Was ist besser?
Mit Mietwagen bist du flexibler und den Bussen voraus, so sind wir gefahren. Die Tagestour ab Reykjavík lohnt, wenn du ohne Auto reist oder Extras wie Silfra-Schnorcheln kombinieren willst; vergleiche dabei die Aufenthaltszeiten pro Stopp, nicht nur den Preis.
Welche Extra-Stopps passen in die Runde?
Am besten eingeplant: der Vulkankrater Kerið an der Straße 35, die Secret Lagoon in Flúðir als heißes Bad und das Silfra-Schnorcheln in Þingvellir. Alle drei liegen direkt an oder nahe der Strecke und machen aus der Halbtages-Runde einen randvollen Tag.
